MRT Untersuchung Schulter/Arm

Eine Magnetresonanztomografie eignet sich besonders zur Darstellung von Weichteilstrukturen und knöchernen Strukturen. Die Diagnostik der oberen Extremitäten umfasst zahlreiche Organstrukturen.

Schulter und Arm werden auch als obere Extremitäten bezeichnet. Die oberen Extremitäten bestehen aus 30 Knochen und ermöglichen uns das Greifen, Halten und Werfen. Einer der wichtigsten Funktionen ist das Greifen als Grundlage unserer Nahrungsaufnahme. Sie dienen unserer Balance und sind ein Hilfsmittel beim Gehen und Laufen. Die unterschiedlichen Bereiche der oberen Extremitäten sind Schultergelenk, Oberarm, Ellenbogengelenk, Unterarm und Hand. Zusätzlich finden wir im Bereich der oberen Extremitäten Muskulatur und Sehnen, die wichtige Prozesse erst möglich machen zum Bsp. Armhebung.

Schultergelenk

Das Schultergelenk ist ein bewegliches Kugelgelenk und besteht aus einem Hauptgelenk (Schulterblatt, Schulterblattgelenkpfanne, Oberarmknochen) und mehreren Nebengelenken (Schultereckgelenk, Subakromialraum). Das Schultereckgelenk wird aus dem Schulterdach (Acromion) und dem äußeren Ender des Schlüsselbeins gebildet. Das Schultergelenk wird hauptsächlich durch Muskulatur gesichert und ermöglicht so eine freie Rotationsbewegung. Es ist umgeben von einer sogenannten Gelenkkapsel, welche das Gelenk vom umgebenden Gewebe abtrennt. Sie enthält eine Gelenkflüßigkeit auch „Gelenkschmiere“ genannt. Diese Synovialflüßigkeit sorgt für ein ordentliches Gleiten und einen reibungslosen Lauf.

Aufgrund degenerativer Veränderungen kann es zu Abnutzungen (Arthrose) oder Bewegungseinschränkungen kommen. In diesem Fall wird ihr behandelnder Arzt eine Magnetresonanztomografie veranlassen. Erkrankungen im Bereich des Weichteilgewebes und der Sehnen (Impingmentsyndrom, Verklebungen, Nekrose) können mit Hilfe der Magnetresonanztomografie diagnostiziert werden. Bei traumatischen Erkrankungen sind Schulterluxationen, Frakturen im Bereich des Oberarmkopfes (Humeruskopf), Schulterdachbereich oder Rupturen der Gelenkumgebenden Bänder und Sehnen sicher und detailliert dargestellt.

Für die Untersuchung der Schulter werden sie auf dem Rücken liegend kopfwärts in die Mitte des Untersuchungstunnels gefahren. Die Schulter legt sich anatomisch an eine Kamera, damit können wir Schultergelenk und Acromioclaviculargelenk (AC- Gelenk) darstellen. Die Untersuchungszeit beträgt etwa 18min.

Oberarm

Der Oberarm ist der körpernahe Teil des Arms und besteht aus den größten Knochen der oberen Extremität. Der Oberarm endet im oberen Bereich in das Schultergelenk und im unteren Bereich in das Ellenbogengelenk. Der Oberarm verfügt über ein paar sehr wichtige Muskeln, dem Bizeps (lat. M. biceps brachii) als Unterarmbeuger und dem Trizeps (lat. M. triceps brachii) als Unterarmstrecker. Der größte Muskel ist der Deltamuskel (lat. M. deltoideus) er umfasst die Schulter und sorgt für die Armhebung.

Bei Schmerzen im Schulter Arm Bereich wird in der Regel eine Magnetresonanztomografie angesetzt um die Strukturen des Oberarms darzustellen. Bei Erkrankungen des Weichteilgewebes (Einrisse oder Risse der Bizepssehne), Veränderungen in der Knochenstruktur (Fraktur) oder Neubildungen (gut- oder bösartig) kann ihr behandelnder Arzt eine genaue Diagnose stellen.

Für die Untersuchung des Oberarmes werden sie auf dem Rücken liegend kopfwärts in die Mitte des Untersuchungstunnels gefahren. Je nach Fragestellung bzw. Beschwerdesymptomatik wird eine passende Kamera gewählt. Der Arm wird eng am Körper gelagert. Während der Untersuchung sollten sie jegliche Bewegung vermeiden. Die Untersuchungszeit beträgt ca. 22min.

Ellenbogen

Das Ellenbogengelenk besteht aus drei Teilgelenken, dem Oberarmknochen (Humerus), der Elle (Ulna) und der Speiche (Radius). Am Ellenbogengelenk befinden sich auch die sogenannten inneren und äußeren Gelenkknorren (Epicondylen). Das Ellenbogengelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben die mit der sogenannten „Gelenkschmiere“ gefüllt ist.

Eine Magnetresonanztomografie wird durchgeführt bei krankhaften Veränderungen des Gelenkes (Arthrose, Arthritis, Abszess, Tumor), der Gelenkkapsel (Synovialitis), Muskel (Muskelschädigung) oder Sehnen (Bänderriss). Eine Magnetresonanztomografie kann auch Aufschlüsse geben ob ein „Tennisellenbogen“ oder ein „Golferarm“ vorliegt. Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um eine Überbelastung der Muskelsehnen, welche am Ellenbogengelenk ansetzen. Bei knöchernen Verletzungen, wie der Olecranonfraktur oder Radiusköpfchenfraktur dient eine Magnetresonanztomografie auch als Grundlage für operative Vorgehen. Häufig kommt es durch traumatische Ereignisse zu einer Ellenbogenluxation, diese sind mit Einrissen der umliegenden Bänder verbunden.

Für die Untersuchung des Ellenbogens liegen sie auf dem Bauch mit dem zu untersuchenden Arm nach vorne ausgestreckt. Die Kamera wird um den Arm gewickelt und fixiert, sie fahren mit dem Kopf bis zum ersten Drittel des Untersuchungstunnels, wobei sie seitlich nach draußen schauen können. Sie sollten möglichst ruhig liegen bleiben und den Arm und angrenzende Körperteile nicht bewegen. Die Untersuchung dauert 18min.

Unterarm

Der Unterarm verläuft vom Ellenbogen bis zum Handgelenk und besteht aus zwei Röhrenknochen. Die Elle (Ulna) und die Speiche (Radius) sind nicht miteinander Verbunden und ermöglichen uns die Drehung des Handgelenkes. Die Elle liegt auf der Kleinfingerseite und die Speiche auf der Daumengelenkseite. Im Unterarm finden sie vier Muskelgruppen, die Pronatoren (Drehung nach innen), Supinatoren (Drehung nach außen), Extensoren (Hand- und Fingerstrecker) sowie Flexoren (Hand- und Fingerbeuger).

In der komplexen Darstellung bei einem Magnetresonanz Verfahren geht es häufig um Erkrankungen des Weichteilgewebes. Eine Magnetresonanztomografie gibt Aufschlüsse über krankhafte Veränderungen im Bereich der Muskel oder Sehnen. Durch hohe Beanspruchung kommt es hier häufig zu Entzündungen (Sulcus ulnaris Syndrom).

Für die Untersuchung des Ellenbogens liegen sie auf dem Bauch mit dem zu untersuchenden Arm nach vorne ausgestreckt. Die Kamera wird um den Arm gewickelt und fixiert, sie fahren mit dem Kopf bis zum ersten Drittel des Untersuchungstunnels, wobei sie seitlich nach draußen schauen können. Sie sollten möglichst ruhig liegen bleiben und den Arm und angrenzende Körperteile nicht bewegen. Die Untersuchung dauert 18min.

Handgelenk

Das Handgelenk besteht aus Handwurzelknochen (Kahnbein, Mondbein, Dreieckbein, Erbsenbein, kleines und großes Vieleckbein, Kopfbein und Hakenbein. Hier eine kleine Eselsbrücke: „Ein Kahn der fuhr im Mondenschein im Dreieck um das Erbsenbein. Vieleckig groß, vieleckig klein, der Kopf der muss am Haken sein“. Die körpernahen Handwurzelknochen bilden das Gelenk mit Elle und Speiche.
Durch traumatische Verletzungen kommt es häufig zu Dysbalance in der Handwurzelstatik, diese veränderte Kraftübertragung im Handgelenk kann zu einem sogenannten Kollaps der Handwurzel (SNAC-Wrist) führen. In der Magnetresonanztomografie darstellbar sind Arthritis, Synovitis, Arthrosen der Handwurzelknochen, Luxationen und Verletzungen der im Gelenk befindlichen Bänder (Bandläsionen). Gerade Patienten, die eine schwere körperliche Tätigkeiten verrichten (arbeiten mit einem Presslufthammer), kann durch das wiederkehrende Mikrotrauma eine sogenannte Lunatum Malazie hervorgerufen werden.

Für diese Untersuchung liegen sie auf dem Bauch mit dem Arm nach vorne ausgestreckt. Die Hand wird in die Untersuchungsspule gelegt und fixiert. Sie fahren mit dem Kopf bis zum ersten Drittel in den Tunnel hinein und müssen ruhig liegen bleiben. Die Untersuchung dauert 15min.

Hand

Die Hand besteht aus Handwurzelknochen, Mittelhandknochen und den Fingerknochen. Über die umgebende sehr komplexe Muskulatur und den in der Hand befindlichen Bändern kann die Hand bewegt werden. Die Mittelhandknochen sind unterteilt in 3 Abschnitte, der Basis, der Schaft und der Kopf. Die Basis steht mit den Handwurzelknochen in Verbindung und bildet ein Gelenk.
Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie können verschiedene krankhafte Veränderungen der Hand (Ganglion) oder Verletzungen (Discus triangularis) diagnostiziert werden. Feinste Risse, unfallbedingte Verletzungen oder degenerative Erkrankungen lassen sich bildlich darstellen. Es ist sogar möglich Rheumatoide Erkrankungen zu erkennen. Eine Magnetresonanztomografie wird häufig in der Frühdiagnostik durchgeführt, da hier kaum pathologische Veränderungen vorliegen.

Für diese Untersuchung liegen sie auf dem Bauch mit dem Arm nach vorne ausgestreckt. Die Hand wird in die Untersuchungsspule gelegt und fixiert. Sie fahren mit dem Kopf bis zum ersten Drittel in den Tunnel hinein und müssen ruhig liegen bleiben. Die Untersuchung dauert 15min.

Finger/Daumen

Der Finger besteht aus drei Knochen (Grund-, Mittel- und Endglied), wo hingegen der Daumen nur aus 2 Knochen besteht. Man spricht auch vom Fingergrundglied (Phalanx proximalis), Fingermittelglied (Phalanx media) oder Fingerendglied (Phalanx distalis). Die Finger dienen dem Greifen und Tasten, sie bilden die Grundlage unserer Feinmotorik.

Durch eine Magnetresonanztomografie werden häufige Erkrankungen der Finger, dazu gehören Verletzungen der Fingerbeugesehnen, Verdickungen der Faserplatten einhergehend mit einer Fingerkrümmung (Dupuytren) diagnostiziert. Eine typische Erkrankung sind auftretende Bewegungseinschränkung des Fingers, auch als „schnellender Finger“ bezeichnet. Es handelt sich hier um eine Knötchenbildung am Ringband, welche das Gleiten der Sehnen behindern. Durch hohe Belastung kann es zur Erkrankung des Daumens kommen, es handelt sich in der Regel um eine Tendovaginits de Quervain, eine Sehnenscheidentzündung an der Daumenseite des Handgelenkes. Die Magnetresonanztomografie zeigt ebenfalls degenerative Abnutzungen im Sinne einer Arthrose (Daumensattelgelenkarthrose).

Für die Untersuchung der Finger/Daumen liegen sie auf dem Bauch mit der zu untersuchenden Hand nach vorne ausgestreckt. Die Kamera wird um die gesamte Hand gewickelt und fixiert. Sie fahren auf das mittlere Drittel in den Tunnel hinein und müssen den Arm und angrenzende Körperteile ruhig halten. Die Untersuchung dauert 20min

Bei allen Untersuchungen erhalten Sie Kopfhörer zum Schutz des Gehörs. Alternativ zusätzlich Ohrstöpsel. Eine Notfallklingel bekommt jeder Patient in die Hand, damit Sie sich gut bemerkbar machen können und im Notfall schnell gehandelt werden kann.

MRT-Untersuchungen dauern in der Regel länger und sind anfälliger für Bildstörungen, wenn der Patient sich unwillkürlich bewegt, zum Beispiel beim Atmen. Daher folgen Sie den Atemanweisungen der Untersucher oder besprechen sie im Vorfeld die Problematik.

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